#1 Thrash-Metal-Band von Teufelchen 17.06.2012 23:55

avatar




Bandgeschichte

Sodom wurde 1982 von Tom Angelripper, bürgerlich Thomas Such (Bass und Gesang), Chris Witchhunter, bürgerlich Christian Dudek (Schlagzeug), und Aggressor, bürgerlich Frank Testegen (Gitarre) in der Tradition der englischen Bands Venom und Motörhead gegründet. Den Bandnamen wählten sie nach der biblischen Stadt Sodom. Sodom baute jedoch vor allem auf noch mehr Aggressivität und Schnelligkeit als ihre Vorbilder. Äußerlich und textlich orientierten sie sich am satanistischen Image Venoms. Sie sind somit auch der „ersten Welle des Black Metal“ zuzuordnen. Schon durch ihre beiden Demos Witching Metal und Victims of Death erreichten sie sehr schnell über Fanzines den internationalen Ruf, eine der aggressivsten Metal-Bands zu sein. Ihren ersten Plattenvertrag konnten sie 1984 bei der Plattenfirma Steamhammer unterzeichnen. Aggressor verließ die Band bereits vor den Aufnahmen zur ersten Mini-LP (In the Sign of Evil) und wurde durch Josef „Grave Violator“ Dominic ersetzt. Auch dieser blieb nicht lange, Michael „Destructor“ Wulf nahm seine Position ein. Mit diesem spielte die Band ihr erstes Album Obsessed by Cruelty ein. (Destructor kam 1993 bei einem Motorradunfall ums Leben.)

Internationaler Aufstieg

1987 fand man schließlich in der Metal-Szene von Essen-Altenessen, die eine der umtriebigsten im Ruhrgebiet war, in Frank Blackfire, bürgerlich Frank Gosdzik, einen Gitarristen, der durch seine spielerischen Fähigkeiten die Band entscheidend voranbrachte. Zunächst nahm man die EP Expurse of Sodomy in den Berliner Music Lab Studios auf. Hier arbeitete Sodom auch zum ersten Mal mit ihrem später langjährigen Produzenten Harris Johns zusammen. Die EP enthält die Klassiker Sodomy and Lust, The Conqueror und My Atonement; es sind die ersten Aufnahmen der Band mit einem gut abgestimmten Studiosound.
Im selben Jahr erschien mit Persecution Mania das zweite Album der Band, mit dem sie sich vom satanistischen Image früherer Tage löste. Anstatt über Hexen und Teufel sang Tom Angelripper nun z.B. über Sexualmörder (Electrocution) oder über den atomaren Vernichtungskrieg (Nuclear Winter). Aufgrund dessen gilt Persecution Mania als Sodoms Hinwendung zum Thrash Metal und Sprungbrett für den internationalen Erfolg. Auch der Knarrenheinz, der auf dem Album-Cover prangt, wurde in den folgenden Jahren zu einem Symbol Sodoms. 1988 ging die Band zusammen mit Whiplash erstmals auf eine längere Europatour. Auf dieser Tour wurde dann auch das erste Live-Album Mortal Way of Live samt dem zugehörigen Live-Video aufgenommen. Diese sogenannte Sodomania-Tour war als reine Promotion-Tour ohne Gage angelegt.

Agent Orange

Das Jahr 1989 begann mit einem Konzert im polnischen Kattowitz, dem bisher größten in der Geschichte von Sodom, vor über 12.000 Metal-Fans. Wieder in Deutschland, nahm die Band unter Harris Johns ihren neuen Longplayer Agent Orange auf. Das Album erreichte Platz 36 in den nationalen Albumcharts. Es war die erste Chartnotierung überhaupt für eine Thrash Metal-Band in Deutschland. Als Single wurde Ausgebombt ausgekoppelt, welche auf der Single-Version mit deutschem Text zu hören ist. Bei diesem Titel wirkte Bela B. von Die Ärzte, seit Jahren ein großer Sodom-Fan, im Duett mit. Schon während der Aufnahmen zu Agent Orange distanzierten sich Gitarrist Frank Blackfire und der Rest der Band voneinander, was schließlich, drei Wochen vor der anstehenden Europatour, in seinem Ausstieg gipfelte. Er wechselte zu Kreator. Binnen kürzester Zeit rekrutierte man in der schwierigen Situation Uwe Baltrusch von der Progressive-/Thrash-Metal-Band Mekong Delta als Session-Gitarrist für die Tour. Als Vorband spielte Sepultura das erste Mal in Europa.

Entwicklung ab 1990

Als neuen, fest angestellten Gitarristen stellte man Michael Hoffmann ein, welcher bereits am Album The Interstellar Experience von Assassin mitwirkte. Es folgte die Aufnahme des neuen Studioalbums Better off Dead, wobei sich die Band sehr vom Agent-Orange-Sound entfernte. Better off Dead ist ein klassisches, monumentales Metal-Album, welches neben schnellen Thrash-Titeln wie Bloodtrails auch melancholische Klänge (z. B. Resurrection, das dem verstorbenen Vater Tom Angelrippers gewidmet ist) sowie zwei Coverversionen (Turn Your Head Around von Tank und Cold Sweat von Thin Lizzy) enthält. Mit Better off Dead im Gepäck verschlug es die Band zum ersten Mal nach Japan. Bereits nach der Tour stieg Hoffmann wieder aus und wurde durch Andy Brings, einen jungen und in der Szene vollkommen unbekannten Gitarristen, ersetzt. Das nächste Album Tapping the Vein enthielt mit Wachturm erstmals ein deutschsprachiges Lied der Band, in dem diese sich gegen die Zeugen Jehovas wendet; es zählt zu den beliebtesten bei Live-Auftritten der Band.
Nach diesem Album wurde Chris Witchhunter auf Grund von persönlichen Problemen, die die Arbeit mit ihm zunehmend erschwerten, aus der Band entlassen. Mit Guido „Atomic Steif“ Richter, der schon bei Living Death und Violent Force spielte, wurde schnell Ersatz gefunden. Abseits ihres üblichen Stils coverte die Band 1994 Udo Jürgens’ Aber bitte mit Sahne!, danach veröffentlichten sie das Album Get What You Deserve, welches sehr punkig angehaucht war. Mit Erwachet und Die stumme Ursel waren gleich zwei deutschsprachige Lieder vertreten. Mit dem als Video-Clip präsentierten Lied Silence Is Consent, der das Töten vom Aussterben bedrohter Wale anklagt, wurde zudem ein weiterer neuer Themenbereich erschlossen. Anschließend wurde das zweite Livealbum Marooned mit zugehöriger Live-VHS Live in der Zeche Carl veröffentlicht. Die Aufnahme stammt von der 10-Jahres-Jubiläumsparty in Essen.
Das Album Masquerade in Blood (1996) ist eine Rückkehr zum Thrash Metal der Agent-Orange-Ära. Andy Brings musste die Band verlassen und wurde durch den Gitarristen Dirk „Strahli“ Strahlmeier ersetzt, der jedoch kurz nach den Aufnahmen zu Masquerade in Blood inhaftiert wurde. So verblieb nach dem Ausstieg von Atomic Steif Angelripper als einziges Mitglied.

Heutige Besetzung

Nach kurzen Solo-Ausflügen mit Onkel Tom fand Angelripper mit dem Schlagzeuger Bobby Schottkowski und dem Gitarristen Bernd „Bernemann“ Kost eine neue Sodom-Besetzung. Das folgende Til Death Do Us Unite (1997) sollte wieder deutlich zu den Ursprüngen zurückgehen, doch erst mit Code Red (1999) und M-16 (2001) wurde eine deutlich härtere Ausrichtung von Sodom erkennbar. Eine Tour mit den beiden Thrash-Größen Kreator und Destruction durch Deutschland wurde ein großer Erfolg. Alle drei Bands wechselten sich mit dem Headliner-Posten ab. 2003 erschien nach einer Tour durch Asien das Live-Album One Night in Bangkok. 2005 folgt mit Lords of Depravity eine Doppel-DVD, die neben einem Liveauftritt außerdem eine zweistündige Banddoku enthält. Alle ehemaligen und noch lebenden Bandmitglieder, außer Strahli, dessen Aufenthaltsort unbekannt war, wurden befragt. Insbesondere Witchhunter zeigte sich auf der DVD immer noch sehr verletzt über die Art seines Ausstiegs. Neben den Musikern geben noch andere Szene-Urgesteine wie Peavy Wagner und Hansi Kürsch, aber auch internationale Superstars wie Lemmy Kilmister und Chris Barnes ihre Ansichten über Sodom zum Besten. 2006 erschien das Album Sodom. 2007 beging die Band ihr 25-jähriges Jubiläum auf dem Wacken Open Air. Bei dem Auftritt waren fast alle ehemaligen Mitglieder der Band anwesend. Ende des Jahres erschien eine komplette Neueinspielung der Debüt-EP unter dem Titel The Final Sign of Evil. Neben den Titeln der damaligen EP wurden noch Demo-Titel auf die CD gepresst. Als Besonderheit wurde das Album in der alten Besetzung mit Grave Violator und Chris Witchhunter eingespielt.
Über die MySpace-Seite der Band wurde am 8. September 2008 bekanntgegeben, dass Chris Witchhunter in der Nacht zuvor an den Folgen einer langjährigen Alkoholkrankheit verstorben ist. Für ihn wurde am 11. April 2009 in der Oberhausener Turbinenhalle das Witchhunter-Tribut Konzert gespielt, dessen Einnahmen an die Mutter des Verstorbenen gingen. Am 19. November 2010 veröffentlichte Sodom in Deutschland ein weiteres Studioalbum namens In War and Pieces, welches ab dem 22. November 2010 auch im restlichen Europa und ab dem 11. Januar 2011 in den USA und Kanada erhältlich war.[1] Am 30. November 2010 gab die Band über ihre Internetseite die Trennung von Schottkowski „nach persönlichen und privaten Problemen zwischen Tom und Bobby“ bekannt. Die geplanten Auftritte ab Januar und die Tournee im Februar 2011 seien davon aber nicht betroffen, da die Band „sobald wie möglich einen Ersatzdrummer bekannt geben“ werde. Im Dezember 2010 gab die Band über ihre offizielle Homepage bekannt, dass mit Markus „Makka“ Freiwald ein neuer Schlagzeuger gefunden wurde. Zudem bestätigten sie eine Teilnahme am Wacken Open Air 2011, auf dem sie mit Roberto Blanco auftraten.
Am 30. Januar 2011 gab die Band bekannt, dass ihr ehemaliger Gitarrist Dirk „Strahli“ Strahlmeier im Januar verstorben sei.


Gitarrist Bernemann auf dem Tuska Festival 2006
Stil

Musikalisch haben Sodom seit ihren Anfangstagen ihren eigenen Stil aus aggressivem und sehr schnellem Thrash Metal beibehalten. Durch die im Gegensatz zu anderen zeitgenössischen Thrash-Metal-Bands extrem harten Riffs und dem sehr rauen Gesang gelten Sodom auch als Wegweiser für den zu der Zeit aufkommenden Death Metal wie auch für den Black Metal der 1990er Jahre.
Sodom wurden früher oft von der Presse als „Kriegsverherrlicher“ beschimpft, weil sie sich in ihren Liedtexten (oft auf recht plakative Weise) mit Krieg und Gewalt beschäftigten. Die Fans jedoch behaupten, dass in Wahrheit das Gegenteil der Fall sei. Beim aufmerksamen Lesen bemerke man schnell den kritischen Unterton, der dem Ganzen beigemischt sei. So glorifizierten Lieder wie Persecution Mania nicht etwa den Krieg, sondern schilderten ihn als ein erschreckendes und traumatisierendes Erlebnis. In diesem Kontext ist auch der Refrain des Stückes Ausgebombt („Spielt nicht mit dem Tod, der Krieg ist nicht mehr weit. Vernichtet Eure Waffen, lernt aus der Vergangenheit!“) zu sehen. Ein Album wie M-16 richte sich daher zwischen den Zeilen gegen den Krieg, so Angelripper.

Diskografie

Chartplatzierungen

Erklärung der Daten Alben

Agent Orange DE 36 24.07.1989 (16 Wo.)

Tapping the Vein DE 56 21.09.1992 (9 Wo.)

Get What You Deserve DE 45 14.02.1994 (9 Wo.)

Masquerade in Blood DE 76 17.07.1995 (7 Wo.)

M-16 DE 88 05.11.2001 (1 Wo.)

Sodom DE 64 05.05.2006 (1 Wo.)

In War and Pieces DE 64 03.12.2010 (1 Wo.)



Studioalben

1986: Obsessed by Cruelty

1987: Persecution Mania

1989: Agent Orange

1990: Better off Dead

1992: Tapping the Vein

1994: Get What You Deserve

1995: Masquerade in Blood

1997: ’Til Death Do Us Unite

1999: Code Red

2001: M-16

2006: Sodom

2007: The Final Sign of Evil

2010: In War and Pieces







Sodom

Wenn es in Deutschland eine Band gibt, die zu den Pionieren des Thrash, Death und auch Black Metals zählt, dann ist das Sodom. Bis in die frühen Achtziger reicht die Geschichte der Band zurück, und wohl kaum einer hätte es damals für möglich gehalten, dass es sie heute noch gibt. Dennoch zählen sie unzählige Extrem Metal-Bands aus ganz Skandinavien und auch den USA zu ihren Einflüssen.

1983 findet die erste Dreier-Formation zusammen. Neben Bandleader Tom Angelripper aka Thomas Such (Bass/Gesang) sind dies noch Chris Witchhunter aka Christian Dudeck (Schlagzeug) und Aggressor aka Frank Testegen (Gitarre). Die musikalischen Wurzeln der Band liegen bei den Black Metal-Veteranen von Venom und bei Lemmys Motörhead. Stilistisch kann man Sodom nicht unbedingt mit diesen beiden vergleichen, setzen sie doch in punkto Aggressivität und Härte noch eins drauf. Die ersten Demos "Witching Metal" und "Victims Of Death" ziehen die Aufmerksamkeit von Steamhammer auf sich, bei denen sie 1984 ihren ersten Plattenvertrag unterschreiben.

An den Deal kommen sie nach einem Auftritt mit Destruction, Tankard, Iron Angel und einigen anderen. Mit den Worten: "Das klingt dermaßen beschissen, das muss sich verkaufen", drückt SPV-Chef Manni Schütt ihnen den Deal in die Hand. Nur Tankard gehen an dem Abend leer aus. Bevor es jedoch an die Aufnahmen zur Mini-LP "In The Sign Of Evil" geht, wird Aggressor vom lieblichen Grave Violator aka Josef Dominic ersetzt. Aber auch dieser bleibt nur kurz bei der Band, um dann dem nächsten 'or' (Destructor aka Michael Wulf) zu weichen. Mit ihm spielen sie ihr erstes komplettes Album "Obsessed By Cruelty" ein und setzen in Sachen 'miese Frisuren' ganz neue Maßstäbe.

Was die Jungs bis dato aufnehmen, hört sich noch alles recht unausgegoren an, was sich jedoch mit Erscheinen von "Persecution Mania" ganz schnell ändert. Sowohl von der heimischen wie auch der internationalen Presse wird das Werk euphorisch gefeiert. Zusammen mit dem neuen Gitarristen Frank 'Blackfire' Gosdzik geht es als Support für Whiplash erstmals richtig auf Tour. Dabei wird in Düsseldorf ein Konzert mitgeschnitten, das später als "Mortal Way Of Life" das Licht der Welt erblicken soll. Mit dieser Scheibe handeln sie sich Ärger ein. Das Cover ziert - wie der Name Sodom fast vermuten lässt - allerlei Unzüchtiges und darf nur mit schwarzem Deckblatt verkauft werden. 'Vielen Dank für diese kostenlose Promo', werden sich Angelripper und Co. gedacht haben, die Scheibe verkauft sich glänzend.

1989 folgt der große Wurf. Unter der Ägide von Harris Johns, der schon mit Helloween, Kreator und Voivod gearbeitet hat, entsteht ein ausgereiftes Werk, das mittlerweile zu den Klassikern im deutschen Metal zählt. Als erster Thrash Metal-Band überhaupt gelingt es Sodom, mit "Agent Orange" in die deutschen Charts einzusteigen. Als höchste Platzierung können sie einen respektablen 36. Platz für sich verbuchen. Nebenbei erscheint die Single "Ausgebombt", die auch noch nach über zehn Jahren in den Lesercharts der Metal-Magazine auftaucht. Kein Fußbreit weichen sie - trotz Verkaufserfolg - von der brettharten Marschrichtung ab, was ihnen ihre immer zahlreicher werdenden Fans mit Nibelungentreue danken.

Kaum steht "Agent Orange" in den Regalen und die Europatour mit Sepultura in trockenen Tüchern, kündigt Frank seinen Job und heuert bei Kreator an, um diese auf ihrer US-Tour zu begleiten. Als kurzfristiger Ersatz fährt Uwe Baltrusch von Mekong Delta die Tour mit, ist jedoch nie als permanenter Gitarrist im Gespräch. Nach dieser Tour schmeißt Tom auch seinen Job in der Zeche und konzentriert sich ganz auf Sodom. Als neuen Mann an den sechs Saiten präsentieren sie schließlich Michael Hoffmann (Ex-Assassin), der sich in Mexico City gleich mal etablieren muss und mit Bravour besteht.

Chaos und Spaß sind weiter an der Tagesordnung, so wird Tom auch mal an der österreichischen Grenze auf dem Weg nach Ungarn in Unterhosen und Schlappen vergessen. Michael gibt sein Studiodebüt auf "Better Off Dead", mit dem auch Japan auf die Band aufmerksam wird. Nach ein paar Abstechern in Nippon spielen sie als erste westliche Metal-Band in Sofia hinter dem eisernen Vorhang. Da Micha aber ein Angebot bekommt, als Tontechniker und Gitarrist in Brasilien zu arbeiten, und er auch mit Chris nicht so recht klar kommt, ist ein Ende abzusehen.

Der nächste Mann an den sechs Saiten hört auf den Namen Andy Brings und ist bei seinem Einstieg gerade mal zarte 20 Jahre alt. Sein Stil ist sehr vom Punk beeinflusst und prägt das Album "Tapping The Vain" nachhaltig, das mit "Wachturm" einen kräftigen Seitenhieb gegen die Zeugen Jehovas beinhaltet, der heute zum ständigen Liveprogramm gehört. Seine Tourtaufe besteht Andy auf den Dates mit Depressive Age. Doch inzwischen ist die Situation zwischen Chris und Tom auch nicht mehr die beste, und nach einem weiteren Japanausflug ist Chris raus aus Sodom.

Seinen Platz hinter den Trommeln nimmt Atomic Steif aka Guido Richter (Ex-Living Death/Ex-Holy Moses) ein. Zu dieser Zeit entdeckt Tom auch seine Vorliebe für deutsches Liedgut, die er zunächst mit den Aufnahmen zur EP "Aber Bitte Mit Sahne" zelebriert und auch später mit dem Nebenprojekt Onkel Tom frönt. Zum ersten Mal nehmen sie ohne ihren Stammproduzenten Harris Johns auf, der auch an "Get What You Deserve" keinen Anteil hat. Zwar haben sie sich für das Album richtig was einfallen lassen, das Label weigert sich aber, das Cover zu veröffentlichen (wer das Original kennt, weiß warum).

Touren finden mit Motörhead, Sepultura, Entombed und Kreator statt, Sodom sind nach wie vor sehr angesagt. Während sie mit Warpath unterwegs sind, schneiden sie in Hamburg das nächste Live-Album "Marooned" mit, das ebenfalls '94 erscheint. Beim 10-jährigen Jubiläumsgig in der Zecke Carl in Bochum treten auch jede Menge Mucker von Rage, Blind Guardian und Kreator mit auf, die auch fast alle auf dem zugehörigen Video zu sehen sind und diverse Coverversionen spielen.
"Get What You Deserve" ist das letzte Album mit Andy, der sich etwas plötzlich als Ex-Mitglied betrachten muss. Seine Nachfolge tritt Dirk 'Strahli' Strahlmeier. In dem vom ZDF finanzierten (!) Video zu dem Kult-Song "Die Stumme Ursel" hat der Mann seinen ersten Auftritt. Auf "Masquerade In Blood", leistet er auch noch seinen Beitrag zu einem Studioalbum, doch da krieselt es schon mit Atomic, und auch Strahli hat einige, halbseidene Probleme am Hals. Letztendlich wandert er sogar in den Knast und somit aus der Band heraus. Als auch Atomic sich vom Acker macht, steht Angelripper zum ersten Mal in seiner Karriere alleine mit der Band da.
Auch der Deal mit Steamhammer ist ausgelaufen, das Label bringt '96 nur noch die Best-Of "Ten Black Years" auf den Markt. Tom nutzt die Auszeit, um mit Onkel Tom "Ein Schöner Tag" aufzunehmen. Als er mit Bernemann (Gitarre) und Bobby Schottkowski (Drums) zwei neue Jungs findet, geht es auch mit Sodom wieder los, und ein Jahr später erscheint "'Til Death Do Us Unite" über GUN/BMG. Darauf beweisen die Ruhrpottler, dass man immer noch mit ihnen rechnen muss, mit dem nachfolgenden "Code Red" kehren sie auch wieder zu Harris Johns zurück.

Nachdem sie zunächst mit Tankard und Goddes Of Desire unterwegs waren, schließen sie sich mit Kreator und Destruction zur ultimativen Teutonen Thrash-Tour zusammen. 2001, nach fast zwei Jahrzehnten Sodom und wieder zurück in der SPV-Famlie, erhält Tom für sein Lebenswerk auch offizielle Lorbeeren. Auf der Popkomm (sic!) wird ihm Doppelplatin für über eine Million verkaufte Platten überreicht. Doch auch neues Studiomaterial steht mit "M-16" in diesem Jahr schon an. In Sachen neue Songs gehen sie es dann etwas langsamer an, touren sich aber so ziemlich den Arsch ab. So erscheint Ende Juli '03 die Live-Scheibe "One Night In Bangkok" und Ende 2005 der erste Teil der Banddoku "Lords Of Depravity - Pt. I".

So ganz nebenbei laufen auch die Aufnahmen für das nächste Album an. Als diese abgeschlossen sind, sattelt das Trio zusammen mit Finntroll die Flugelche und brettert im Januar 2006 in die USA. "Sodom" erscheint Ende April und bietet neben altbekannten und erwarteten Brachialthrashern, auch ein paar kleine, aber feine Überraschungen. Ihre anschließenden Abstecher nach Australien, nutzt die Band, um mal wieder kräfitg die Filmbänder mitlaufen zu lassen.

Ihren Auftritt auf dem W:O:A 2007 nutzen sie dazu, zum ihr 25-jähriges Jubiläum zu feiern. Neben zahlreichen alten und fast nie live gespielten Stücken, sorgt vor allem die Besetzungsliste für Aufsehen. Immerhin laufen fast alle ehemaligen Gitarristen und Drummer mit auf. Dabei scheint Tom auch der Reunion-Wahn ergriffen zu haben, dem schon Bands wie Anthrax und Testament erlegen sind. Zusammen mit Chris Witchhunter und Grave Violator spielt er die "In The Sign Of Evil-EP mit sieben zusätzlichen Songs neu ein, die alle noch aus der Zeit der EP stammen.

Doch nicht nur die spielerische Leistung klingt wie anno 1984, sondern auch die Produktion. Das macht "The Final Sign Of Evil" somit zur überflüssigesten Veröffentlichung seit "Schnappi". Doch die schlechten Nachrichten reißen nicht ab: Anfang September wird völlig überraschend bekannt, dass der ehemalige Drummer Chris Witchhunter verstorben ist. Während sich Bobby zusammen mit Tankards Gerre vor allem als die eine Hälfte des Moderatoren-Duos der Rock Hard DVDs die Zeit vertreibt, ist Tom unter anderem auch mit der Band Die Knappen aktiv.

Dennoch liegen Sodom ebenfalls nicht brach, denn Ende 2010 legen sie mit "In War And Pieces" das nächste Album vor, auf dem Tom mit "Knarrenheinz" auch dem Bandmaskottchen endlich mal einen Song widmet. Kurz nach der Veröffentlichung macht allerdings die News die Runde, dass sich Tom und Bobby dermaßen gefetzt haben, dass der Drummer bei Sodom raus ist.

Seinen Platz nimmt Markus 'Makka' Freiwald (Ex-Despair) ein, doch die nächste betrübliche Nachricht folgt schon bald: Dirk 'Strahli' Strahlmeier, der auf "Masquerade In Blood" Gitarre gespielt hat, ist im Januar 2011 im Krankenhaus verstorben

Xobor Einfach ein eigenes Xobor Forum erstellen